t3n Magazin: Wie wird es geplant und wer macht mit?

Wer steckt hinter dem Printmagazin? Und wie entsteht eine t3n-Ausgabe? Sabrina Schadwinkel, leitende Print-Redakteurin, gibt Einblicke in den Redaktionsalltag.

Es gibt da so ein Meme, das bei t3n kursiert. Es zeigt, wie ein t3n-Redakteur in einem Wolkenmeer gemütlich schlummert. Die Mär geht so: Wenn ein Heft fertig ist, verfällt das Print-Team erstmal in einen monatelangen Schlaf bis zur nächsten Produktion. Von wegen! Während wir noch im t3n Podcast, Insta-Live oder Pro-Meeting die gerade fertig gestellte Ausgabe vorstellen, sind wir schon voll und ganz mit der nächsten Ausgabe beschäftigt.

Wir gehen unsere Ideensammlungen durch — von E-Mails, Newslettern, ausgerissenen Heftseiten über Screenshots von Social-Media-Accounts bis zu Notizenapps und Notizbüchern — und prüfen, welches Thema für den nächsten Schwerpunkt taugt und was besser als Deep Dive einen Platz in einem unserer fünf Ressorts im Heft bekommt. Oder auch ganz verworfen wird. Zudem holen wir in der Redaktion sowie bei unseren freien Fachautor:innen Themenvorschläge ein.

Unsere Boards in der Kollaborations-Software Asana strotzen dann vor Namen von Menschen und Organisationen, die wir gerne featuren wollen — inklusive Linksammlung und Argumentation, warum wir gerade dieser Person oder Organisation eine Bühne geben wollen. Und bei allen stellt sich die Frage: für wen oder was welches Format? Interview, Porträt, Report, Feature? Bei wem würde ich gerne mal in die Tasche schauen oder doch lieber wissen, wie er oder sie durch den Tag geht? Und wenn ein Thema feststeht, wer soll den Beitrag übernehmen? Für uns schreiben nicht nur die t3n-Redakteur:innen, sondern auch freie Autor:innen. Dazu scouten wir auch auf Konferenzen, Blogs und sozialen Netzwerken nach interessanten Stimmen.

Unser Heftplan in Asana füllt sich so nach und nach: oft erst die wiederkehrenden Formate wie „Das Muss Mit“ oder „Auf eine Zeile Code mit“, dann die einzelnen Ressorts: Trends und Technologien, Digitale Wirtschaft, Marketing & E-Commerce, Software & Infrastruktur, Design & Entwicklung. Unser Ziel: ein abwechslungsreicher Mix, der unseren Leser:innen dabei helfen soll, „neue Technologie zu verstehen und für sich erfolgreich einzusetzen“. Und über das tägliche Newsgeschehen hinaus Orientierung und Nutzwert bietet.

Was der nächste Schwerpunkt wird, wird im Kreis der Redaktionsleitung entschieden. Konzepte werden gepitcht und dann oft per Handzeichen nach dem Mehrheitsprinzip abgestimmt. Wenn man die jüngsten Ausgaben betrachtet, haben dabei oft Themen rund um unsere veränderte Arbeitswelt gute Chancen ;)

Die schnelle Eingreiftruppe

Das Kern-Team hinter dem Magazin bezeichne ich gerne als „schnelle Eingreiftruppe“. Denn mit sechs Köpfen sind wir eine kleine, aber schlagkräftige Mannschaft, die in vierwöchigen Sprints vier Mal im Jahr ein Heft von rund 200 Seiten produziert. Das feste Team besteht aus drei Redakteur:innen, einer Content-Managerin und zwei Layoutern. Wir akquirieren Artikel, briefen Autor:innen, recherchieren und schreiben selbst Beiträge, machen Faktenchecks, Redigatur sowie Bildredaktion.

Seit Corona haben wir unseren Arbeitsmodus umgestellt. Jahrelang war es selbstverständlich, sich im t3n-Headquarter in Hannover vier Wochen lang in einen Projektraum zurückzuziehen, über Texte und Layout zu diskutieren, Ideen zu brainstormen, zu verwerfen und wieder von vorn anzufangen, um am Ende ein neues Heft in der Hand zu haben. Während der Lockdown-Phase mussten wir auf einmal 100 Prozent remote arbeiten, das war hart und mit einer steilen Lernkurve verbunden. Wir haben viele digitale Tools getestet und es geschafft, jede Ausgabe trotz der widrigen Umstände pünktlich und mit der gewohnten Qualität zu liefern. Inzwischen arbeiten wir mit einem hybriden Modell: Zwei Tage in der Woche treffen wir uns während des Produktionssprints im Büro. Uns hat der Austausch in Fleisch und Blut gefehlt. Trotz digitaler Tools — von virtuellen Whiteboards wie Miro bis zu spaßigen Meeting-Plattformen wie Around. Gleichzeitig nutzen wir weiterhin die Vorteile, die das Homeoffice bietet: lange Geschichten in Ruhe schreiben und redigieren können.

Merke: Selbst außerhalb der Produktionssprints sind wir sehr umtriebig. Daher wäre ich dafür, das alte Meme einzumotten und gegen ein neues, realitätsnahes einzutauschen, das zeigt, was wir wirklich so machen nach der Druckfreigabe.

Der Einblick in die Magazinproduktion hat dir gefallen und du hast richtig Bock bekommen, Teil des Teams zu werden? Dann schau doch mal auf vorbei. Wir haben laufend coole Stellen ausgeschrieben.

Dieser Beitrag wurde von unserer t3n-Mitarbeiterin Sabrina geschrieben. Hier geht’s zu ihrem Pioneers-Profil:

Willkommen beim Blick hinter die Kulissen! Hier schreibt die t3n-Crew über Arbeit, Strukturen und Workflows im Hintergrund — und manchmal auch Privates.

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