Gemeinsam, nicht einsam: Wie unser Remote-Profi das Arbeiten auf Distanz mitgestaltet hat

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist allseits bekannt, dass flexibles Arbeiten funktionieren kann. Auch bei t3n war fast das gesamte Unternehmen im Homeoffice. Und auch jetzt arbeitet ein Großteil des Teams noch teilweise oder sogar komplett remote. Doch schon vor der Pandemie fand dieses Modell bei t3n Beachtung. t3n-Urgestein Andreas erzählt euch, wie seine Anfänge der Remote-Arbeit waren und wie er es schafft, auch full remote mittendrin zu sein.

Remote-Arbeit ist nicht nur seit Jahren ein großer Teil unserer und speziell meiner Berichterstattung. Sie wird bei t3n auch gelebt. Zugegebenermaßen anfangs noch zaghaft, inzwischen jedoch sehr selbstbewusst. Die vorsichtigen Anfänge habe ich mitbegleitet.

Schon während meines Volontariats in Hannover vor acht Jahren, habe ich die Möglichkeit bekommen, in San Francisco für uns auf Themenrecherche zu gehen. Ein halbes Jahr lang haben wir nicht nur remote, sondern auch asynchron zusammengearbeitet — über den großen Teich und vielen Zeitzonen hinweg. Bin ich aufgestanden, haben die Kolleginnen und Kollegen in Hannover kurz vorm Feierabend gestanden. Das war eine Herausforderung für alle, die rückblickend vor allem eines voraussetzte: Vertrauen. Wegbereiter war damals mein ehemaliger Kollege und bis heute guter Freund Moritz Stückler. Er war vor mir in der Bay Area und hat mir den Staffelstab übergeben, den ich dann irgendwann an meinen ebenfalls ehemaligen Kollegen und bis heute guten Freund Daniel Hüfner übergab. Wir drei Kalifornien-Fans haben die Chance bekommen und geliefert. Und dadurch das Vertrauen nicht verspielt. Ich glaube, das war ein Schlüsselmoment für unsere heutige Remote-Kultur.

Inzwischen sind wir weit mehr in der Redaktion, die ortsungebunden arbeiten: Printchefin Sabrina Schadwinkel sitzt part time in Frankfurt, News-Redakteur Kim Rixecker standardmäßig in Berlin, genau wie unsere Werksstudentin Nadine Graf die ganze Zeit von Mainz aus arbeitet. Remote-Work in der Redaktion kennt bei uns weder Landesgrenzen noch Hierarchien. Die einen arbeiten remote-only, andere hybrid. Und zum Feiern trafen wir uns zumindest vor Corona regelmäßig in Hannover in der Zentrale — auch das kommt wieder! Unterm Strich halte ich fest: New Work par excellence!

Mich hat es nach meiner Rückkehr aus den USA übrigens recht schnell nach Berlin gezogen — wo die Startup-Branche pulsiert und die Digitalpolitik reguliert. In Deutschland ist Berlin sicher das Epizentrum der Internetgemeinde. Viele interessante Leute trifft man hier. Oft arbeite ich auch von der Ostsee aus. Hier kann ich einen Schritt zurücktreten und den Fokus wieder schärfen. Umso sein Tagwerk zu bestreiten, braucht es neben dem anfangs erwähntem Vertrauen natürlich auch klare Absprachen und einen funktionierenden Tech-Stack.

So haben wir regelmäßige Online-Termine, an denen sich alle sehen und besprechen: Jeden Morgen um 9:30 ist beispielsweise Themenkonferenz, in der wir Artikelideen brainstormen. Montags um 14:30 ist Wochenkonferenz in der wir über Dinge sprechen, die das Team betreffen und im Rahmen kleiner Workshops spannende Learnings mit den Kolleginnen und Kollegen aus der vergangenen Woche teilen. Organisiert werden diese Termine über den Google Kalender, Artikelideen in Desknet festgehalten und an die Frau und den Mann gebracht, face to face gesprochen wird seit einiger Zeit in Zoom. Im Redaktionsalltag bleiben wir zudem über Slack in ständigem Kontakt. Hier organisieren wir uns in Channel: da sind unter anderem die „Online-Redaktion“, der „Technik-CVD“, der „Flurfunk“ und „Team-Memo“, um nur mal ein paar der Kanäle zu nennen, die ich im Arbeitsalltag besonders häufig nutze. In unserem vor drei Jahren entwickelten Brandbook, das jede neue Kollegin und jeder neue Kollege am ersten Tag erhält, steht zudem niedergeschrieben, welche Unternehmenskultur uns ausmacht und in dem Rahmen eben auch, wie wir untereinander kommunizieren. So einen Leitfaden empfinde ich als besonders wichtig, wenn Teams sich auf Distanz bilden und erfolgreich sowie mitfühlend zusammenarbeiten wollen. Mitfühlend müsste ich in dem Rahmen eigentlich in Versalien schreiben, denn es ist tatsächlich schwieriger die Gefühlslage von Kolleginnen und Kollegen über Tools ansatzweise so zu deuten, wie an der Kaffeemaschine vis a vis.

Aber das gelingt — beispielsweise durch Checkins vor dem Meeting, in denen wir uns ganz bewusst und konkret erkundigen: Was war heute dein größter Erfolg? Was ging schief? Was vermisst du gerade? Was wünscht du dir für dich dieser Tage? Empathie funktioniert auch auf Distanz, wenn man es will. Insgesamt acht Jahre bin ich jetzt bei t3n. Die meiste Zeit davon hab ich nicht in der Zentrale in Hannover gearbeitet. Auch wenn ich meine Kolleginnen und Kollegen dort alle sehr mag, so liebe ich doch die Freiheit, dort sein zu können, wo ich gerade sein will. Das ist ein Privileg, das immer mehr Menschen — nicht zuletzt befeuert durch die Corona-Pandemie — genießen können.

Unglaublich, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, dass es dieses Privileg im t3n-Kosmos gibt. Und es macht mich auch stolz, das wir nicht erst ein Virus gebraucht haben, um zumindest die ersten Schritte zaghaft und dann in der Konsequenz selbstbewusst zu gehen. Alles ist ein Prozess und genau genommen nie fertig! Mal gucken, was noch kommt.

Wie läuft das bei euch ab? Arbeitet ihr remote oder seid ihr lieber im Büro bei euren Kolleg:innen? Berichtet uns gerne von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

Dieser coole Beitrag wurde von unserem t3n-Mitarbeiter Andreas geschrieben. Hier geht’s zu seinem Pioneers-Profil: https://t3n.de/pioneers/profile/andwec/

Willkommen beim Blick hinter die Kulissen! Hier schreibt die t3n-Crew über Arbeit, Strukturen und Workflows im Hintergrund — und manchmal auch Privates.